StartseiteVerfahren, InterventionenContinuum„Der Trade zieht mich emotional rein…“

Den Satz in der Überschrift habe ich heute von einem Trader im Coaching gehört. Und es kommt mir selbst nur allzu bekannt vor.

Welche Emotionen werden da aktiviert, sobald wir einen Trade eröffnet haben und wie befreien wir uns von diesen?

Am Anfang des Trades sind wir noch cool, umsichtig, emotional neutral. Aber dann geht es los. Wenn der Trade in den Gewinn läuft, werden wir freudig bis euphorisch. Wenn er in den Verlust läuft, bekommen wir Angst und Stress.

Wir wissen, dass es besser wäre, emotional ausgeglichen zu sein und Entscheidungen bezüglich des Managements dieses Trades möglichst bewusst und un-emotional zu treffen. Leichter gesagt als getan.

Kampf- oder Flucht-Reflex

Oft bewegt sich der Kurs erst einmal gegen uns. Und schon geht es los. Der Flucht- oder Kampf-Reflex, „Fight or Flight Reflex“, setzt ein. Der Kämpfer kauft Kontrakte nach. Der Fluchtfreund schließt vorzeitig die Person. Bzw. das ist es, was das Unterbewusstsein will. Wir sind ja noch so diszipliniert, dass wir unsere Strategie einhalten wollen und im Markt bleiben. Nun aber sind wir zunehmend im Konflikt. Die Ratio will strategisch umsichtig bleiben. Der Bauch und das Herz wollen kämpfen oder flüchten.

Was können wir tun? Wir müssen zwei, drei Dinge klar bekommen. Wir müssen zum einen unser Exposure, das was wir gerade verlieren könnten, in einer Größenordnung halten, die für uns problemlos erträglich ist. Wenn wir schon bei einer recht kleinen Größenordnung sind und es uns stresst, müssen wir mit dem Trading aufhören oder ein preiswerteres Instrument wählen. Also Nummer Eins: Exposure unterhalb des Stress-Level halten!

Es geht aber nicht nur um das objektive Exposure sondern eher um eine irrationale, emotionale Vorwegnahme von Verlust. Das entsteht dadurch, das wir mit dem Trading-Gewinn Erfüllungen verbinden, die nicht damit zu tun haben. Wir wollen Wertschätzung, wir wollen jemand sein, ein Gewinner, wir wollen mit dem Trade angegeben können. Die Gegenbewegung nagt nicht nur an unserem Konto sondern auch an unserem Wertgefühl.

Unterbewusste Ursachen bewusstmachen

Die Ursache liegt in einem geminderten und kompensierten Wertgefühl. Wir denken, dass wir jemand sind, weil wir Abschlüsse und hohes Einkommen und Haus und Auto und Status haben. Aber darunter sind wir eventuell verunsichert, darunter sind wir immer noch ein getadeltes Kind, ein Außenseiter in der Schule, im Selbstzweifel.

Das ist unsere Geschichte. Mir sind Menschen, die an ihrem Wert zweifeln lieber als die ohne jeden Selbstzweifel. Menschen die an sich zweifeln verbessern sind, lernen sich kennen, werde sich ihrer selbst bewusst. Derjenige, der nicht an sich zweifelt, bleibt so, wie er ist und erstarrt auf kurz oder lang.

Kompensierte Persönlichkeit durchschauen

Noch unsympathischer sind Menschen mit einem aufgesetzten Selbstbewusstsein. Womöglich haben sie das noch in Mental-Trainings oder bei Motivations-Gurus künstlich hoch-gepuscht. Diese Menschen sind noch weiter weg von der Wahrheit. Der gegen sie laufende Trade wird sie noch mehr stressen als die anderen. Es könnte sein, dass ihr kleines Geheimnis des Minderwertigkeitskomplexes offenbar wird, dass es im Kontoauszug eindeutig zu sehen ist.

Waay-Training und Continuum-Therapie können helfen

Wir sollten generell dafür sorgen, dass unsere Sozialen Bedürfnisse erfüllt und unser emotionaler Haushalt ausgeglichen ist. Das ist aber gerade nicht so leicht und das ist es warum ich Waay-Trainings entwickelt habe. Es braucht eine psychologische Technik, Methode oder Übung, die uns hilft, alte emotionale Energie zu entladen. Dafür wenden wir eine Methode an, die ich „Continuum“ oder „Continuum Therapie“ nenne.

Sobald wir mit objektiv erträglichem Exposure und ausgeglichener Psyche einen Trade erleben, der zumindest zwischenzeitlich gegen uns läuft, wird es uns nicht davon abbringen, unseren Plan einzuhalten und entspannt und umsichtig zu handeln.

Unsere Trefferquote liegt wahrscheinlich bei 50%. Verlust-Trades sind unausweichlich. Wenn wir Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen, liegen wir langfristig sehr gut im Rennen.

Print This Post Print This Post

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.